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Seit 2004 besteht der Landesverband Berlin-Brandenburgischer Liebhaberorchester (LBBL), nachdem er vorher 12 Jahre lang auf Berlin begrenzt aktiv war. Im Jahr der 20. Werkstatt ist der Verband selbst also noch nicht ganz 20.
Die veranstalteten Werkstätten waren bis zur Nummer 17 darauf ausgerichtet, große Sinfonieorchester aus Laien zusammenzustellen, um dann entsprechend große Literatur zu erarbeiten, die das Potential eines einzelnen Mitgliedsorchesters übersteigt. Da die Anmeldungen natürlich nie automatisch den Anforderungen genau entsprechen, wurden Lücken durch gezielte Sondereinladungen - notfalls auch durch Profieinkäufe - geschlossen und Überhänge in Instrumentengruppen durch Nichtzulassung von Interessent(inn)en geregelt. Dieser Ansatz ist weit verbreitet und war auch beim LBBL bis dahin erfolgreich, sofern man die Enttäuschung der nicht zugelassenen Musikbegeisterten ignoriert. Allerdings gingen die Anmeldungen der hohen Streicher immer mehr zurück. Wenn man über solistisch besetzte Blasinstrumente und Schlagzeuge hinaus auch noch Streicher(innen) gezielt einladen muss, wird der organisatorische und/oder finanzielle Aufwand zu hoch.

Mit der 18. Werkstatt wurde daher ein Paradigmenwechsel vorgenommen. Dazu hat der LBBL eine Idee importiert und deren Schöpferin als Leiterin der Werkstatt verpflichtet. So kam es zur Zielgruppe "Wiedereinsteiger und Spätberufene". Unter diesem Motto war Frau Dr. Claudia Kayser-Kadereit, UMD der Uni Osnabrück, schon jahrelang vor allem in Niedersachsen erfolgreich. Sie ist bestrebt, alle angemeldeten Interessenten zuzulassen und fehlende Instrumente aus vorhandenen Überhängen zu besetzen. Auch in diesem Jahr nahmen wieder viele alte Hasen teil, weil sie sich das kurzweilige und lehrreiche Wochenende mit Claudia Kayser-Kadereit nicht entgehen lassen wollten.


So haben wir z.B. das Fagott auch als Posaune und den Kontrabass auch als Tuba verwendet. Vor allem Streicher wurden als Schlagzeuger angeleitet und eingesetzt. Mozarts Ouvertüre zur Zauberflöte, Gounods Ballettmusik aus Faust und ein Medley der Filmmusik aus Mary Poppins näherten sich im Laufe des Wochenendes immer mehr einem Hörvergnügen bzw. - was noch viel wichtiger ist - einem Musiziervergnügen. Das Medley war in einer Examensarbeit in Kompositionslehre an der Universität Osnabrück entstanden.

                        Mit Vergnügen umgeschult


                                 Tutti im Saal


                         Die Bratschen bitte ...


                              Ein starkes Team

In Zusammenarbeit mit dem Forum Musikalische Erwachsenenbildung (fme) wurde die Werkstatt vom 17. bis 19. September 2010 in Berlin wie im Vorjahr in der Landesmusikakademie Berlin (LaMA), die sich in einem Freizeit- und Erholungspark befindet, durchgeführt. In der LaMA erfuhren wir wiederum Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit und konnten von der guten Ausstattung profitieren. Auch das preisgünstige Restaurant im Hause sowie das passable und in zehn Fußminuten erreichbare Hotel sorgten für angenehme Rahmenbedingungen.


                                 Tutti draußen

63 Musikant(inn)en saßen schließlich im Orchester. Sie trugen ihre Spielfreude mit dem Instrument überzeugend vor, was die unerwartet vielen Zuhörer des Abschlussvorspiels mit heftigem Beifall und dem Wunsch nach einer Zugabe quittierten.
Viele Teilnehmer/innen fragten beim  Abschied nach der Planung für die nächste Werkstatt. Sie wird am Wochenende 9.-11. September 2011 im Konzertsaal 1 der LaMA stattfinden. Dr. Volker Franz, Schriftführer des LBBL, am 17.10.2010

 
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