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Aus zwei Blickrichtungen sehe ich die 21. Werkstatt des Landesverbandes Berlin-Brandenburgischer Liebhaberorchester (LBBL), welche vom 9. bis 11. Sept. 2011 in der Landesmusikakademie Berlin (LaMA) stattgefunden hat, einer musikalisch und menschlich nur positiven und einer organisatorisch und menschlich nicht nur erfreulichen. Es macht sich besser, mit Letzterem anzufangen. Dazu erlaube ich mir zunächst die Formulierung von Selbstverständlichkeiten, oder sind sie das etwa nicht?

Der Zweck einer solchen Werkstatt ist, musikalischen Laien das aktive Musizieren vorab ausgewählter Werke unter professioneller Anleitung in einem Orchester zu ermöglichen. Mit der Anmeldung zur Teilnahme erklärt man, dass man die Absicht hat, Teil dieser Orchestergemeinschaft zu sein und auf seinem Instrument nach bestem Vermögen einen eigenen Beitrag zum Erfolg des Projektes zu leisten. Der erhobene Teilnahmebeitrag gehört nicht zum Zweck der Werkstatt, sondern ist eine unvermeidliche und lästige Begleiterscheinung. Neben der ehrenamtlichen Arbeit im Verband entstehen nämlich Kosten, für die professionelle Leitung, für die Bereitstellung von ausgestatteten Räumen, für Notenmaterial, Kopien, Porto usw. Wenn man den Teilnahmebeitrag entrichtet, übernimmt man seinen Anteil daran.

Mit der Zahlung hat man aber noch nicht den wesentlichen Beitrag geleistet. Das sind die persönlich mit dem Instrument erzeugten Töne, die das gemeinschaftlich aufzubauende musikalische Puzzle vervollständigen.

Ebenfalls lästig, aber auch unvermeidbar und deshalb verständlich, sind spontane persönliche Verhinderungen durch Unfall, Krankheit usw., die eine verspätete Ankunft bei der Werkstatt oder gar Abwesenheit zur Folge haben. In diesen Fällen bemühen sich alle aktiv Beteiligten, den Schaden irgendwie gering zu halten, z. B. durch Rückgriff auf die Liste der sehnsüchtig Wartenden, die nicht zugelassen werden konnten, durch Umverteilung von Stimmen oder gar durch Umkomponieren. Diese Bemühungen werden um so schwieriger, je später die Informationen über Verhinderungen eintreffen.

Es ist unerfreulich, wenn einige wenige, und dennoch zu viele, Teilnehmer ihren finanziellen Anteil am Projekt erst nach (manchmal sogar mehreren) Erinnerungen einzahlen. Noch schlimmer ist allerdings die Haltung, dass die Zahlung des Beitrags alle eigenen Verpflichtungen abdeckt, so dass man - im Extremfall - sogar der Werkstatt kommentarlos fernbleiben kann.

Wir hatten in diesem Jahr fast 100 Anmeldungen, so dass eine Warteliste schon aus Platzgründen unvermeidlich wurde, von der Klangbalance ganz zu schweigen. Es gab 24 Ausfälle, davon neun kurzfristige mit und ohne Kommentar, wobei der Kommentar auch nicht immer überzeugt hat.

Nun aber endlich das ausschließlich Positive:

Konzentrierte Arbeit
Foto Treff iA Franz

Es war die vierte durch die Universitätsmusikdirektorin von Osnabrück,
Frau Dr. Claudia Kayser-Kadereit, in Berlin geleitete Werkstatt. Im Vergleich zu den Vorjahren, zu denen Berichte in der BDLO-Zeitschrift „DAS LIEBHABERORCHESTER“ abgedruckt waren und teilweise auf der Homepage www.LBBL-EV.de nachzulesen sind, sind ausdrücklich auch erfahrene Laienmusiker(innen) eingeladen worden:
„21. Musikalische Werkstatt für Wiedereinsteiger, „Spätberufene“ und Erfahrene“.

So durfte das Programm entsprechend anspruchsvoll sein mit Mussorgskys „Nacht auf dem kahlen Berge“ sowie Schuberts Ouvertüre zur „Zauberharfe“ und der Ballettmusik aus Rosamunde. Die Verteilung der Anmeldungen auf die Instrumente war fast wunschgemäß. Allerdings gab es erneut besonders viele Celli- und Flöten, aber zu wenig Posaunen und Schlagzeuge, so dass hier organisatorisch nachgeholfen werden musste.

60 Personen musizierten schließlich aktiv. Frau Kayser-Kadereit hat es wieder verstanden, eine hoch effiziente und disziplinierte Arbeitsweise mit einer freundlichen, oft heiteren, Atmosphäre zu verbinden. Man merkte den Beteiligten die Freude an der konzentrierten, konzertierten und konzertanten Arbeit an und sie artikulierten diese vielfältig in ihrem Dank beim Abschied. Die Rahmenbedingungen im Freizeit- und Erholungszentrum (FEZ) in der Berliner Wuhlheide, in dem die Landesmusikakademie beheimatet ist, waren den meisten bekannt und im Wesentlichen unverändert , so dass man sich „zu Hause“ fühlen konnte. Einige Fotos mögen die erfreuliche Probenarbeit und die gute Arbeitsatmosphäre belegen.

Dr. Volker Franz, 14.09.2011    

Pause
Foto Franz

Gute Luft
Foto Franz

Süß-saurer Klang
Foto Franz

Wer gut arbeitet...
Foto Brasack

Ein Bier danach
Foto Brasack

 
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